Durchlauferhitzer: hydraulisch oder elektronisch?

Wir erklären die Unterschiede und welches Modell für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist.
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Grundsätzlich muss man verstehen, dass sowohl hydraulisch geregelte als auch elektronisch geregelte Durchlauferhitzer das einfließende Wasser mit Strom erwärmen. Beide heizen also mit elektrischer Energie.

Elektronisch und hydraulisch meint die Technologie, wie die Heizleistung und damit die ausgehende Wassertemperatur geregelt werden.

4 Arten von strombetriebenen Durchlauferhitzern

Man unterscheidet bei elektrisch betriebenen DLE vier Arten:

  1. Hydraulische (= mechanische)
  2. Elektronische mit vordefinierten Temperaturstufen
  3. Elektronische mit gradgenauer Temperaturwahl
  4. Vollelektronische

Mehr Informationen zu den drei Arten von elektronischen DLE finden Sie in unserem Ratgeberartikel elektronisch oder vollelektronische DLE.

1. Hydraulische Durchlauferhitzer

Technik von Gestern – Bei hydraulischen wird die Heizleistung über den Wasserdruck bzw. die Durchflussmenge mechanisch in zwei Stufen zugeschaltet.

Die altbewährte Technologie wird seit Jahrzehnten eingesetzt. Hydraulische DLE erwärmen einlaufendes Kaltwasser mit einer konstanten und ungeregelten Leistung. Die Warmwasser-Auslauftemperatur ist am Gerät direkt nicht einstellbar. Eine Reduzierung der Temperatur ist nur über eine Zumischung von kaltem Wasser an der Auslaufarmatur möglich.

Das große Problem bei diesen Geräten ist, dass die Wassertemperatur deutlich schwankt, wenn sich Druck oder Durchflussmenge ändern. So wird der Familien- oder Beziehungsfrieden in so manchem Haushalt durch einen empörten Schrei am Morgen gestört “Ahhhh, ist das kalt! Mach sofort das Wasser aus! Ich dusche!”, wenn ein Übeltäter bspw. in der Küche einen zweiten Wasserhahn öffnet.

Ein weiterer Nachteil ist der benötigte Mindestdurchfluss: Fließt bei einem hydraulischen Gerät wenig Wasser hindurch, springt dieses überhaupt nicht an. Abhängig vom Wasserdruck bei Ihnen zuhause, kann es sein, dass der hydraulische DLE nur bei starkem Durchfluss aktiv wird und sich abschaltet, wenn man den Wasserhahn etwas zurückgedreht.

Allgemein kosten hydraulische Geräte nicht weniger als elektronische, sind aber deutlich unkomfortabler und fressen zudem mehr Strom als gradgenau geregelte oder vollelektronische Geräte.

Für die allermeisten Anwendungsfälle können wir für diese veraltete Technologie keine Kaufempfehlung aussprechen.

2. Elektronische mit vordefinierten Temperaturstufen

Basismodell. Alle elektronischen Geräte arbeiten nahezu unabhängig vom Wasserdruck: Damit der DLE hier arbeitet, ist nur eine relativ geringe Durchflussgeschwindigkeit notwendig.

Zwei Sensoren messen hier die Temperatur des einströmenden Wassers und die Durchflussmenge.

Die Elektronik regelt die Heizleistung dann herauf oder herunter, sodass die Ausgangstemperatur nahezu konstant gehalten wird. Fällt oder steigt der Wasserdruck, wenn die Waschmaschine läuft oder eine andere Person eine andere Zapfstelle betätigt, wird die Heizleistung automatisch angepasst, sodass unangenehme Temperaturschwankungen der Vergangenheit angehören.

Die elektronischen Basismodelle bieten vordefinierte Stufen auf die das Wasser erhitzt werden kann, beispielsweise 35°C, 45°C oder 55°C.

Sollen Temperaturen zwischen diesen Stufen erzielt werden, beispielsweise 41°C zum Duschen, muss an der Auslaufarmatur Kaltwasser beigemischt werden.

3. Elektronische Durchlauferhitzer mit einer gradgenauen Temperaturwahl

Sparsamer und komfortabler. Diese Geräte haben zusätzlich einen dritten Sensor verbaut, der die Temperatur des ausfließenden Warmwassers misst. Darüber hinaus verfügen sie über ein Display über welches man in 0,5°C Schritten die gewünschte Temperatur exakt einstellen kann.

Diese Geräte sind zwar etwas teurer, haben aber den großen Vorteil, dass kein Kaltwasser hinzugemischt werden muss.

So wird das Wasser nicht zuerst unnötig erwärmt und anschließend wieder mit Kaltwasser etwas heruntergekühlt.

Der Anschaffungspreis ist zwar etwas höher, langfristig zahlt sich das aber durch den gesparten Strom und Wasser wieder aus.

Im Vergleich mit Geräten, bei denen Kaltwasser hinzugemischt werden muss, sind die gradgenau einstellbaren Durchlauferhitzer um etwa 20% energiesparsamer.

4. Vollelektronische Durchlauferhitzer

Luxusausführung. Bei vollelektronischen ist zusätzlich ein Motor verbaut, der die auslaufende Wassermenge reguliert. Zapfen Nutzer im Haushalt mehr Warmwasser ab, als das Gerät erhitzen kann, drosselt es den Durchfluss. Somit wird wirklich immer konstant die gewünschte Temperatur gradgenau eingehalten. (Wobei dieser Unterschied kein ausschlaggebendes Argument sein wird, da auch die anderen elektronischen nahezu konstante Temperaturen halten können.)

Allerdings bieten die vollelektronischen diverse Extras: Sie lassen sich teils per Fernbedienung steuern und haben ein detailliertes Display mit Informationen zum Energie- und Wasserverbrauch. Zusätzlich kann jedes Familienmitglied seine persönliche Wunschtemperatur über das Display oder die Fernbedienung speichern und abrufen. Die meisten vollelektronischen DLE kommen auch mit bereits vorgewärmtem Wasser zurecht, etwa aus seiner Solaranlage.

Zusammenfassung: Hydraulisch vs. Elektronisch

Grundsätzlich müssen wir Ihnen vom Kauf eines hydraulischen Gerätes abraten, da zu einem ähnlichen Preis bereits die Basismodelle der elektronischen Durchlauferhitzer erhältlich sind, die deutlich komfortabler sind.

Idealerweise investieren Sie etwas mehr Geld in ein elektronisches Mittelklassemodell mit gradgenauer Temperaturwahl, da diese Geräte energiesparsamer sind und sich abhängig von Ihrem Wasserverbrauch schon bald für sich selbst bezahlt machen können.

Für attraktive Extras sind die vollelektronischen Geräte ebenfalls zu empfehlen, kosten allerdings wesentlich mehr.

💡 Übrigens: Ältere hydraulisch geregelte Durchlauferhitzer können problemlos gegen elektronisch geregelte ausgewechselt werden. Einhebelmischer und thermostatische Mischbatterien müssen nicht getauscht werden.

Fazit

Wenn schon elektrische Warmwasserbereitung mit elektrischen Durchlauferhitzern, dann jene, die mit einer elektronischen Regelung ausgestattet sind.